Von Katzenhilfe Neuwied e.V., letzte Aktualisierung am 27.11.2022 um 18:38h

Tinkerbell: Schüchterne Elfe braucht andere Katzen

Tinkerbell
Tinkerbell - © Copyright: Doris Litz

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Tinkerbell - © Copyright: Doris Litz

Es ist etwa ein Jahr her, da wurde die zierliche, schwarz-weiße Tinkerbell als so genannte „Stallkatze“ geboren: Sie hatte einen warmen und trockenen Platz, an dem sie unterschlüpfen konnte, bekam etwas zu fressen und lebte immer in der Nähe von Menschen. Wirkliche Nähe zu den Zweibeinern aber gab es ebenso wenig wie regelmäßige Schmusestunden oder ein kuscheliges Plätzchen auf dem Sofa.

Viel zu schnell geschah, was geschehen musste: Tinkerbell wurde mit gerade mal sieben Monaten trächtig. Das hätte der Beginn eines kräftezehrenden und krankmachenden Zyklus sein können, doch Tinkerbell hatte Glück, denn jemand brachte die hübsche, aber überaus menschenscheue Katze zu uns. Auf einer unserer Pflegestellen brachte sie sechs (!) Welpen zur Welt und war trotz ihrer eigenen Jugend eine liebevolle Mama.

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Tinkerbell - © Copyright: Doris Litz

Von uns wollte Tinkerbell in den Monaten, die sie mit der Aufzucht ihrer großen Kinderschar beschäftigt war, nichts wissen. Na ja, vermutlich war sie froh, dass es regelmäßig etwas zu futtern gab. Und dann kam die Zeit, in der Tinkerbell sich nach und nach von ihrem Nachwuchs verabschieden musste und in ein größeres Zimmer mit vielen Halbstarken umziehen durfte.

Nach den anstrengenden Opfern, die sie für ihre Babys gebracht hatte, war das eine Wohltat für die kleine Maus. Endlich durfte sie selbst wieder Kind sein und mit ihren neuen Freunden herumtollen. Und sie schaute sich von den anderen etwas Wichtiges ab: dass man keine Angst vor Menschen haben muss, sondern ganz toll mit ihnen spielen und sogar schmusen kann. Zwar ist Tinkerbell noch immer sehr schüchtern und schaut sich fremde Menschen erst einmal genau an, bevor sie sich anfassen lässt, aber sie ist eindeutig selbstbewusster geworden und auf dem besten Weg, eine richtige Menschenkatze zu werden.

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Tinkerbell - © Copyright: Doris Litz

Allerdings wünschen wir uns, dass das hübsche Katzenmädchen die nächsten Schritte auf diesem Weg in einem richtigen Zuhause gehen und von vornherein eine Einheit mit ihren Leuten bilden kann. Die sollten ruhig sein, sich ein wenig mit Katzen auskennen und Geduld mitbringen, denn Tinkerbell wird eine Weile brauchen, um sich an ihr neues Zuhause und seine Bewohner zu gewöhnen.

Über einen oder zwei freundliche Artgenossen, die nicht nur mit ihr spielen, sondern die sie sich auch zum Vorbild nehmen kann, würde sie sich freuen. Kleine Kinder sollten nicht im Haushalt leben, rücksichtsvolle Jugendliche sind kein Problem. Später braucht Tinkerbell gefahrlosen Freigang.

Weitere Informationen: 0157 – 52 68 76 61.

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