Von Katzenhilfe Neuwied e.V., letzte Aktualisierung am 12.07.2022 um 21:44h

Dringend Pflegestelle für verzweifelte Katzen-Seniorin gesucht – Wir übernehmen Kosten:

Mäuschen ist mit ihrem Leben gerade sehr unzufrieden

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Mäuschen kam zu uns, weil ihre Besitzerin gestorben war. Über ihr bisheriges Leben war nur wenig in Erfahrung zu bringen. Die schneeweiße Katzendame ist 17 Jahre alt und hat irgendwann eins ihrer blauen Augen verloren. Ansonsten sei sie „lieb“ und reine Wohnungshaltung gewohnt.

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Nun ja, wer in derart hohem Alter seine Bezugsperson und seine vertraute Umgebung verliert, der natürlich wenig Grund, besonders „lieb“ auf seine neue Umgebung zu reagieren. Deshalb haben wir uns auch nur ein bisschen gewundert, dass unsere neue Seniorin mehr als ungehalten auf uns reagierte. Sehr lange saß sie hinter ihrem Katzenklo und reagierte auf jeden noch so freundlichen Annäherungsversuch mit Knurren und Fauchen. Nun ja, alte Leute stehen eben nicht so auf erzwungene Veränderungen. Wer wollte ihnen das übelnehmen.

Mit der Zeit stellten wir fest, dass unsere einäugige Schönheit für eine „liebe Katze“ ungewöhnlich lange verstimmt war. Die Sache mit dem Fauchen und Knurren wurde jedenfalls auch nach Wochen nicht besser – was vor allem für Mäuschen schlecht war, weil so natürlich alle Schmuseeinheiten ausblieben. Deutlicher konnte sie uns ja nicht zu verstehen geben, dass sie keinen Wert auf Gesellschaft oder gar Berührungen legte.

Schließlich bekam die missmutige Omi unseren Platz für spezielle Fälle: Sie durfte ins Büro einziehen. Hier braucht sie sich nicht mit Artgenossen rumzuärgern, hat regelmäßig „Besuch“, der sie aber völlig in Ruhe lässt, weil mit anderen Arbeiten mehr als beschäftigt.
Zwar schien Mäuschen mit dieser Lösung nicht unzufrieden – zumindest nicht unzufriedener als mit allem anderen, was wir ihr zu bieten haben. Aber uns Menschen fand sie immer noch zum Fauchen doof. Bis kürzlich. Da stellten wir nämlich fest, dass sie auf die freundlichen Worte - die wir eher nebenbei an sie richteten, weil wir sie ja nicht bedrängen wollten – reagierte. Zwar fauchte sie uns immer noch an, aber zumindest bestimmte Besucherinnen und Besucher weckten auch ihr Interesse.

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Nach kurzer Zeit folgte sie dann – natürlich vor sich hin fauchend – der Aufforderung, doch mal näher zu kommen. Zwar waren wir klug genug, diesen Fortschritt nicht zu überschätzen und sie unsererseits aktiv zu streicheln, doch Mäuschen hatte offenbar genug von ihrem einsamen Dasein und rieb sich fauchend, aber voller Hingabe an den Objekten ihrer Begierde. Der Weg zum vorsichtigen aktiven Schmusen war von da aus nicht mehr weit. Wenn sie sich so richtig wohl fühlt, vergisst unsere Seniorin tatsächlich, dass sie eigentlich alles doof findet, und ist eine ganz ruhige, „liebe“ Katze.

Nur als kürzlich jemand auf die Idee kam, ihre Lieblingsbox für ein Foto umzudrehen – sie befand sich natürlich zu diesem Zeitpunkt nicht darin! -, da war Mäuschen ob dieser Anmaßung wirklich stinksauer! Zum Glück richtete sich ihr tiefer Groll eher gegen die Box als gegen den Übeltäter.

Auch wenn wir uns freuen, dass Mäuschen sich ein wenig bei uns eingelebt hat, wünschen wir uns ganz schnell ein neues Zuhause für sie. Denn es ist klar, dass die alte Dame erst dann ihr inneres Gleichgewicht zurückfinden wird, wenn sie in einer ruhigen Umgebung bei verständnisvollen Menschen zur Ruhe kommen darf. Und: Viel Zeit bleibt Mäuschen angesichts ihres Alters natürlich nicht mehr – auch wenn sie zurzeit keinerlei sichtbare Beschwerden hat. Wir suchen deshalb Menschen, die ein Herz für eigenwillige alte Katzen haben und Mäuschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten wollen.

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Ein wenig Katzenerfahrung würde in Mäuschens Fall nicht schaden, denn in jedem Fall will sie das Tempo einer Annäherung bestimmen. Geduld und Rücksichtnahme sind also gefragt. Außerdem sollte ihr neues Zuhause sehr ruhig und beständig sein, denn von Veränderungen hat Mäuschen jetzt wirklich die Nase voll. Kinder und andere Tiere dürfen nicht dort leben.
Vor einem müssen Mäuschens neue Menschen übrigens keine Angst haben: Sämtliche künftige Tierarztkosten wird unser Verein übernehmen. Außerdem stehen wir auch bei allen anderen Problemen, die auftauchen könnten, bereit, um zu unterstützen.

Wer sich unter diesen Bedingungen vorstellen kann, Mäuschen bei sich aufzunehmen, sollte sich schnell bei uns melden und unsere Grummel-Omi persönlich kennenlernen.

Weitere Informationen: 0157 – 52 68 76 61.

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