Von Katzenhilfe Neuwied e.V., letzte Aktualisierung am 27.08.2022 um 00:12h

Mäuschen

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Mäuschen kam im Frühsommer 2022 zu uns, weil ihre Besitzerin gestorben war. Über ihr bisheriges Leben war nur wenig in Erfahrung zu bringen. Die schneeweiße Katzendame war zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und hatte irgendwann eins ihrer blauen Augen verloren. Ansonsten sei sie „lieb“ und reine Wohnungshaltung gewohnt. Hieß es.

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Nun ja, wer mit 17 Jahren seine Bezugsperson und seine vertraute Umgebung verliert, der hat natürlich wenig Grund, besonders „lieb“ auf seine neue Umgebung zu reagieren. Deshalb haben wir uns auch nur ein bisschen gewundert, dass unsere neue Seniorin mehr als ungehalten war. Sehr lange saß sie hinter ihrem Katzenklo und beantwortete jeden noch so freundlichen Annäherungsversuch mit Knurren und Fauchen. Na ja, alte Leute stehen eben nicht so auf erzwungene Veränderungen. Wer wollte ihnen das übelnehmen.

Mit der Zeit stellten wir fest, dass unsere einäugige Schönheit für eine „liebe Katze“ ungewöhnlich lange verstimmt war. Die Sache mit dem Fauchen und Knurren wurde jedenfalls auch nach Wochen nicht besser – was vor allem für Mäuschen schlecht war, weil so natürlich alle Schmuseeinheiten ausblieben. Deutlicher konnte sie uns ja nicht zu verstehen geben, dass sie keinen Wert auf Gesellschaft oder gar Berührungen legte.

Schließlich bekam die missmutige Omi unseren Platz für spezielle Fälle: Sie durfte ins Büro einziehen. Hier brauchte sie sich nicht mit Artgenossen rumzuärgern, hatte regelmäßig „Besuch“, der sie aber völlig in Ruhe ließ, weil mit anderen Arbeiten mehr als beschäftigt.
Zwar schien Mäuschen mit dieser Lösung nicht unzufrieden – zumindest nicht unzufriedener als mit allem anderen, was wir ihr zu bieten hatten. Aber uns Menschen fand sie immer noch zum Fauchen doof. Bis wir eines Tages feststellten, dass sie auf die freundlichen Worte - die wir eher nebenbei an sie richteten, weil wir sie ja nicht bedrängen wollten – reagierte. Zwar fauchte sie uns immer noch an, aber zumindest bestimmte Besucherinnen und Besucher weckten auch ihr Interesse.

Mäuschen
Mäuschen - © Copyright: Doris Litz

Nach kurzer Zeit folgte sie dann – natürlich vor sich hin fauchend – der Aufforderung, doch mal näher zu kommen. Zwar waren wir klug genug, diesen Fortschritt nicht zu überschätzen und sie unsererseits aktiv zu streicheln, doch Mäuschen hatte offenbar genug von ihrem einsamen Dasein und rieb sich fauchend, aber voller Hingabe an den Objekten ihrer Begierde. Der Weg zum vorsichtigen aktiven Schmusen war von da aus nicht mehr weit. Wenn sie sich so richtig wohl fühlte, vergisst unsere Seniorin sogar, dass sie eigentlich alles doof fand, und war tatsächlich eine ganz ruhige, „liebe“ Katze.

Und so dauerte es dann auch nicht mehr lange, bis sich jemand bei uns meldete, der es mit der eigensinnigen „Grummel-Oma“ versuchen wollte. Diese Großherzigkeit wusste Mäuschen zu schätzen: Gleich am ersten Abend machte sie es sich mit ihrem neuen Menschen auf dem Sofa gemütlich und hat ihre Zufriedenheit seitdem nicht wieder eingebüßt. Zumindest eins können wir uns zugutehalten: Dank des „Kuraufenthalts“ im Wieselweg verzichtete Mäuschen beim neuerlichen Umzug auf jede Zickerei. Immerhin. Ende gut, alles gut.

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